Unsere Instrumente und ihre Geschichte

Die Instrumenten-Kombination Harfe - Marimbaphon - Vibraphon und Percussion des Kammermusikduos PercArpa findet man nicht oft in der Kammermusik-Szene. Eigentlich erstaunlich, sind doch Harfe, Marimbaphon und Percussions-Instrumente (vor allem Trommeln) schon aus frühester Geschichte bekannt. Die Harfe wurde bereits 3000 Jahre vor Christus von den Sumerern und alten Ägyptern gespielt, allerdings in einer sehr vereinfachten Form. Einer der berühmtesten Harfenspieler war König David - man sieht also, die Harfe ist ein wahrhaft königliches Instrument. Die Harfe in der heutigen Form mit Doppelpedalen, wie sie in Sinfonie-Orchestern bis zum Jazz eingesetzt wird, wurde 1811 von Sebastien Érard entwickelt. Sie besitzt mit fast sieben Oktaven etwa den gleichen Tonumfang wie ein Klavier.

Das Marimbaphon ist vermutlich malaiisch-ozeanischen Ursprungs. Bekannt wurde es als Balafon oder afrikanisches Xylophon, das von Negersklaven nach Amerika mitgebracht wurde. Von Europäern zuerst verächtlich Negerklavier genannt, wurde auch hier das Marimbaphon bald salonfähig und wird heute in Sinfonie-Orchestern bis hin zur Unterhaltungsmusik eingesetzt. Ursprünglich bestand ein Marimbaphon aus 5 bis 20 abgestimmten Holzplättchen, die auf einer bügelförmigen Unterlage über darunter hängenden Kalebassen als Resonanzkörper befestigt waren und mit zwei Schlägeln gespielt wurden. Das heutige Marimbaphon hat einen Tonumfang bis zu fünf Oktaven und als Resonatoren Leichtmetall-Röhren. Die Holzplatten sind klaviaturartig in zwei Reihen angeordnet und werden teilweise mit bis zu sechs Schlägeln gespielt.

Aus dem Marimbaphon entwickelte sich in den Zwanzigerjahren das Vibraphon, das zuerst im Jazz Verwendung fand, z. B. bei Lionel Hampton, dem größten und bekanntesten Jazz-Vibraphonisten. Das Vibraphon hat statt Holzplatten zur Tonerzeugung Metallplatten, darunter sind abgestimmte Resonatoren in Röhrenform angebracht­. Elektrisch betriebene Drehklappen in den oberen Röhren-Enden erzeugen durch abwechselndes Öffnen und Schließen der Resonatoren das charakteristische Vibrato, das durch Verändern der Dreh­geschwindigkeit der Klappen entsprechend differenziert werden kann.

Zu den bisher beschriebenen Instrumenten gesellt sich in den modernen Kom-positionen die große Familie der Percussions-­Instrumente - Maracas, Tam Tams, Woodblocks, Tom Toms, Bongos, Pauken, sämtliche Trommeln, Triangel, Glas- und Metall-Chimes - ­einfach alles was zu den Schlag-Instrumenten zählt.

 

 

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© Michael Deusch